Hallo, wir sind Marianne und Daniel…

 

…hier wollen wir euch ein bisschen was Persönliches zu uns, dem Haus und unserer Sanierungs-Methode erzählen – das war nämlich gar nicht so einfach, wie es vielleicht heute aussieht, aber wir haben dabei viel erlebt, gelernt  und zu erzählen. Und wer weiss, vielleicht lernt ihr nich was…. zum Thema, Sanieren, Umbauen, Erhalten:

 

((Neuer, persönlicher Text über euch zwei und interessante Fakten, Erlebnisse und Learnings die ihr bei der Sanierung erlebt und gelernt hat – im persönlichen Plauderton / Blogstil. Evtl. garniert mit ein paar Vorher- Nachher Fotos +))

 

Hallo, wir sind Marianne und Daniel,

 

2017 begaben wir uns auf die Suche nach einem Ort, der im Innen- und Außenbereich viel Platz bieten sollte, unser Konzept eines Gemeinschaftshauses mit Rückzugsmöglichkeiten umzusetzen.

Bald entdeckten wir das alte Haus in Zarchlin, grau und abgeschlissen aber auch stolz und robust stand es auf einer ruppigen Wiese.

Ich, Daniel, bin Architekt und warf ein Auge speziell auf Gutshäuser. Meine Vermutung war, dass diese besonders klug, robust und nachhaltig gebaut wurden, bildeten sie doch jeweils das Zentrum eines Ortes.

Diese Vermutung hat sich dann mit dem Gutshaus in Zarchlin bestätigt: die Bausubstanz war in der Tat gut, zwischen Feldsteinfundament gab es sogar schon eine Sperrschicht, darüber zweischaliges Mauerwerk. Diese Qualität zeigte sich bis uns Innere und auch in den oberen Geschossen.

Zwar war das gesamte Inventar schon in der 1940er Jahren geplündert, es anschliessend als Flüchtlingsheim, Kindergarten, Konsumladen und Ort für Festlichkeiten umgenutzt, aber es waren auch keine größeren Umbauarbeiten geschehen, die das Gebäude dauerhaft entstellen würden. Auch der jetzt noch etwas traurig dreinblickende Eingangsbereich mit einer massiven Konsumladerampe (umgebaut im Jahre 1987) wird sich noch zurückbauen lassen. In den Archiven fanden wir eine Planzeichnung des Originals!

 

Also erwarben wir das geschichtsträchtige Gebäude, entrümpelten und lernten das Gebäude besser kennen. Alle Außenwände waren innen und außen mit Kalk verputzt, die Innenwände mit Lehm, diese im Obergeschoss in Lehm-Fachwerkbauweise erstellt. Die Fenster waren zu dreiviertel noch original erhalten. Durch ein entsprechendes Seminar lernten wir, dass diese unbedingt erhaltenswert sind.

Schnell war also klar, dass wir das Gebäude dort wo es geht baulich in den Originalzustand zurückbringen wollten, alles Erhaltene zu reparieren, aufzuarbeiten, zu restaurieren.

Auch die Grundrisse wollten wir wieder herstellen, denn auch diese mit ihren vielen nahezu quadratischen Räumen, saugten unser Konzept des „Gemeinschaftshauses mit Gästewohnungen“ förmlich in sich auf.

 

Wir freuten uns über intakte Tragwerke, originale Dielen, originale Türbekrönungen, einige Einbauschränke, ein kleines Stück originale Tapete und einen Brunnen, den wir in der ehemaligen Gutsküche entdeckten. Auch im Denkmalamt freute man sich über unseren Tatendrang, vor allem, dass wir das Vorgefundene wertschätzten.

 

Dennoch wollten wir das Haus technisch auf den heutigen Standard bringen. Die Aluminium-Stromleitungen, die (leider sehr ineffizienten) DDR-Kachelöfen und die 3 vorhandenen Abflussrohre flogen raus.

Unser Leitmotiv für alles, das wir neu einbauen sollten wurde das Thema „Materialität“. Das ist so gemeint, dass wir alle neuen Elemente immer möglichst pur zeigen. Die Heiz-Radiatoren wurden also in Rohstahl klar lackiert verbaut, Holz nur mit Naturölen behandelt, im Erdgeschoss ein neu gegossener Estrichboden aufs Korn geschliffen.

 

Möbel erwarben wir in Auktionshäusern, durch Privat Verkäufe und das ein oder andere Stück kam uns aus der Verwandtschaft zu. Bäder und Küchen sollten konsequent modern gestaltet werden (vielleicht auch mal ein wenig in Richtung Landhaus-Stil).

 

Inzwischen wurde uns klar, dass wir uns vorstellen können im Haus wechselnde Gäste zu empfangen, es also zum Seminar und Gästehaus umgewidmet werden sollte.

Als Quereinsteiger in der Hotellerie setzen wir uns die für uns einzig wirklich einzuschätzende Klientel zur Zielgruppe: uns selber als Städter, momentan aus Berlin.

 

Inzwischen haben wir hier draußen auf dem Lande unseren zweiten Winter erlebt und auch diesen zu schätzen gelernt. Uns zieht es momentan nur selten zurück in die Stadt und freuen uns über Deinen Besuch!

 

Marianne und Daniel